Vor knapp 14 Milliarden Jahren, kurz nach dem Urknall, entstand das Licht; vor gut 4 Milliarden Jahren die Erde, die sich bald zu drehen begann – erst schneller, dann langsamer. So kam es zu: Tag und Nacht. Fasziniert davon, begibt sich Caroline Fink immer wieder zum Grossen Aletschgletscher. Am kürzesten und am längsten Tag sowie an den beiden Tagundnachtgleichen macht sie während 24 Stunden jede Stunde ein Bild. Diese bilden die Basis für ihr laufendes Projekt «Zeitenlauf».
Es riecht nach Harz. Er bleibt an den Händen kleben. Kleine längliche Elemente fallen aus den Schuppen. Schwarzer Staub bleibt an den Fingern haften. Wenn es kalt und nass ist, verschließt sich der Zapfen. Die einzelnen Schuppen greifen perfekt ineinander. Ist es warm, öffnet er sich wieder. Umschließt man den Zapfen, drücken sich die Zapfenteile in die weichen Handflächen.
Auf Corina Rauer übt der Pinienzapfen durch seine Form, seine Textur und seinen Geruch eine Anziehungskraft aus. Seit der Kindheit sammelt sie die Zapfen. Der Pinienzapfen ist ein Symbol für Fruchtbarkeit, die Pinie gilt als Baum des Lebens. Die beiden Filme ergänzen sich, indem die Themen Zeit, Vergänglichkeit des Lebens, Rhythmus der Natur, aber auch deren Veränderung sichtbar werden.
Film im Loop
mit Caroline Fink, 2024